Das Archiv für das deutschsprachige Judentum in Israel („Jeckes-Archiv“) En |He
Das Archiv für das deutschsprachige Judentum in Israel („Jeckes-Archiv“) bewahrt historische Dokumente jüdischer Einzelpersonen und Familien, die mehrheitlich in den 1930er Jahren infolge der Machtübernahme der Nationalsozialisten aus deutschsprachigen Ländern und Regionen Mitteleuropas ins britische Mandatsgebiet Palästina emigrierten. Die Materialien umfassen einen breiten Zeitraum vom späten 19. bis zum späten 20. Jahrhundert und beinhalten unter anderem Urkunden, Briefe, Postkarten, Tagebücher, Memoiren, Gedichte, Fotografien und vieles mehr. Die Sammlungen dokumentieren sowohl das private als auch das gemeinschaftliche Leben deutschsprachiger Jüdinnen und Juden in Europa und im Mandatsgebiet Palästina sowie im späteren Staat Israel.
Über viele Jahre hinweg war das Archiv Teil des Museums des deutschsprachigen Judentums in Tefen. Das Museum wurde ursprünglich 1971 in Nahariya unter dem Namen „Museum deutsches Judentum“ von Yisrael Shiloni (Hans Herbert Hammerstein) – ein in Berlin geborener Jecke – mit dem Ziel gegründet, die Geschichte des deutschen Judentums zu bewahren. In den 1990er Jahren zog das Museum mit Unterstützung des israelisch-jeckischen Industriellen Stef Wertheimer in den Industriepark Tefen um, wo seine Sammlung erweitert und ein Archiv eingerichtet wurde. Im Jahr 2005 wurden das Museum und das Archiv renoviert und in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 2021 wurden das Museum und das Archiv in Tefen geschlossen, und ihre Bestände wurden an die Universität Haifa überführt (weitere Informationen finden Sie hier).
Das Archiv wurde in das Haifa Center for German and European Studies (HCGES) an der Universität Haifa integriert, während das Museum als „German-Speaking Jewry Heritage Wing“ im Hecht-Museum der Universität neu eingerichtet wurde. Vollständig in das Curriculum des HCGES eingebunden, veranstaltet das Archiv die „Yekkes Lecture Series“ und plant zukünftig die jährliche Veranstaltung eines „Yekke Day“, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet und den Austausch zwischen der Jeckes-Gemeinschaft und der akademischen Welt fördert.
Derzeit befindet sich das Archiv im Wiederaufbau. Der bestehende Sammlungskatalog aus Tefen ist online verfügbar und der Großteil der Materialien wurde im Rahmen des Projekts „A–Z“ – The Archives Network Israel Project bereits digitalisiert. Die neu nach Haifa gelangte Sammlung wird in Kürze zugänglich gemacht.
Das Archiv nimmt weiterhin neue Materialien zur Geschichte und zum kulturellen Erbe der deutschsprachigen Jüdinnen und Juden in Israel auf.
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